Rund ums Vanlife

Vanlife Kostenübersicht: Wieviel Geld brauche ich wirklich?

Das Thema Vanlife klingt verführerisch und bekommt immer mehr Aufmerksamkeit. Sollten bei dir die Umstände mit Wohnung oder Haus, dem Job und auch dem Camper, Bus oder Wohnmobil stimmen, so fragst du dich sicher, wieviel Geld du monatlich für ein Vanlife ausgeben musst. Im folgenden Artikel gebe ich dir einen kleinen Leitfaden mit an die Hand, denn jeder ist individuell und hat andere Ansprüche. Die Vanlife Kostenübersicht kommt also hier.

Bulli im Schnee

Bei der Individualität möchte ich auch nochmal anknüpfen. Die Vanlife Kosten sind nämlich nicht pauschal festzulegen und hängt von vielen Faktoren ab. Zur Wahl des richtigen Fahrzeugs könnt ihr im passenden Artikel mehr erfahren. Beginnen möchte ich nun mit allen Themen rund um das gewählte Fortbewegungsmittel:

  • Mit welchem Fahrzeug bin ich unterwegs?
  • Wo möchte ich damit stehen?
  • Welche Strecke möchte ich zurücklegen?
  • Welche Versicherungen möchte ich haben?

Viele Kosten hängen vom Fahrzeug und dem Ziel oder der Route ab

Zunächst mag man die Fragen knapp beantworten können, jedoch stecken noch tiefergehende Kostenfaktoren dahinter. Je größer das Fahrzeug, desto höher ist natürlich auch der Spritverbrauch. Dies gilt auch für ältere Fahrzeuge, die zwar eine Menge Charme besitzen, jedoch nicht den neusten technischen Anforderungen zum Spritsparen entsprechen. Die Wahl fällt natürlich auch mit der gewünschten Nutzung. Möchte ich lieber unabhängig sein und Freistehen oder mag ich die Menschen und die Infrastruktur auf einem Campingplatz. Echte Vanlifer stehen natürlich für Ersteres ;), jedoch ist ein Besuch auf einem Campingplatz ab und zu vielleicht auch nicht verkehrt, um die Reserven aufzufüllen oder die Sicherheit zu genießen. Das sind also auch Kosten, die bedacht werden müssen.

Die Frage nach den groben Reisezielen hängt natürlich auch am Thema Spritverbrauch. Möchte ich ein Ziel ansteuern und mich wenig bis gar nicht davon entfernen oder plane ich eine Rundreise oder gar eine große Europatour? Wenn ihr euch hierzu Gedanken macht, könnt ihr den Spritverbrauch schon einmal grob überschlagen, um keine bösen Überraschungen zu bekommen. Bedenkt hierbei auch die Spritpreise in den entsprechenden Ländern und informiert euch hierzu.

Die Wahl des Ziels oder der Route geht aber möglicherweise auch noch mit anderen Kosten einher. Einige Länder in Europa kassieren nämlich Mautgebühren. Diese Gebühren für die Straßennutzung wird unterschiedlich gehandhabt, mal gibt es eine Jahresvignette, eine Plakette für eine Woche oder aber eine Abrechnung nach gefahrenen Kilometern. Diese Kosten können sich schnell addieren und sollten unbedingt mit eingeplant werden. Oft gibt es auch hier Unterscheidungen zwischen den einzelnen Fahrzeugtypen. Wer also mit einem VW Bus unterwegs ist, zählt zu den PKW´s und zahlt weniger Maut als ein PKW mit Wohnwagen.

Vanlife Kostenübersicht: Wohin mit welchem Gefährt?

Beim Thema Versicherung geht es zunächst nicht nur um die reine Absicherung des Fahrzeugs. Denn im Fall einer Panne oder eines Unfalls ist es besser sich eine weitere Versicherung zuzulegen. Die gewöhnliche KfZ-Versicherung wirbt oft mit einem Schutz im Ausland, dieser beschränkt sich aber häufig auf das Abschleppen des Fahrzeugs bis zur nächsten Werkstatt. Zusätzliche Versicherungen bieten oft einen viel größeren Umfang an Versicherungsleistungen an. Hier sind teilweise sogar Krankenrücktransporte und auch die europaweite Rückführung eines beschädigten Fahrzeugs inbegriffen. Je nach Reiseumfang lohnt sich hier ein Vergleich. Die Vanlife Kostenübersicht ist damit aber noch nicht beendet.

Sonnenuntergang Best Spot Vanlife Kostenübersicht

Um unterwegs erreichbar zu sein und eventuell auch arbeiten zu können, ist ein mobiler Datentarif unerlässlich. Wenn du ein bestimmtes Land bereisen möchtest und dich dort länger aufhältst, kann es sich lohnen eine SIM-Karte eines inländischen Mobilfunkanbieters zu kaufen. Du hast dann eine neue Telefonnummer, profitierst aber von den günstigen Preisen und hast guten Empfang. Wenn du deinen deutschen Anbieter und deine Handynummer beibehalten möchtest, so lohnt es sich, die deutschen Anbieter miteinander zu vergleichen. Zuvor solltest du natürlich überlegen, wofür du deinen Datentarif nutzen möchtest. Reicht es dir aus per WhatsApp verfügbar zu sein? Musst du vielleicht von unterwegs arbeiten oder möchtest du auch Filme und Serien streamen können? Je nach Anwendungsgebiet solltest du dein monatliches Datenvolumen mit einem Puffer überschlagen und auf die Suche gehen. Je nach GB-Anzahl musst du monatlich zwischen 15 und 80 Euro rechnen.

Internet, Essen und Trinken – wichtige Kostenfaktoren auf deiner Reise

Auch beim Essen und Trinken gibt es wieder viele individuelle Geschmäcker und demnach lässt sich hier kein genauer Betrag festlegen. Wenn man allerdings einen groben Betrag vom Alltag in Deutschland annimmt und sich die Lebensmittelpreise in den Zielländern als Hilfestellung hernimmt, so kann man zumindest einen groben Richtwert festsetzen. Weiterhin hängt dieser Kostenfaktor natürlich auch von der Infrastruktur und den persönlichen Vorlieben ab. Wer zum Beispiel gern auf dem örtlichen Markt einkaufen geht wird natürlich ein wenig mehr zahlen, als wenn man auch in den entsprechenden Ländern zu LIDL geht.

Weitere Kosten können, wie bereits angesprochen, auf Campingplätzen entstehen. Wer auch mit dem Van ab und zu in den Genuss von warmen Duschen und (nahezu) unendlich viel Wasser zum Geschirrspülen kommen möchte, der kommt um einen Campingplatz nicht herum. Je nach Vorliebe können die Kosten auch hier wieder sehr variieren. Ob es nun der 4-Sterne Platz mit Pool sein soll oder nur ein kleiner Platz mit Stromanschluss und Wasser, das muss jeder selbst entscheiden. Sollten diese Stops auf dem Plan stehen, lohnt es sich auch hier vorher ein paar Infos über die groben Kosten zu sammeln und im monatlichen Budget zu berücksichtigen.

Bulli mit Gibraltar im Hintergrund

Wer außer schönen Übernachtungsplätzen im Freien oder sicheren Campingplätzen auch Ausflüge plant, der sollte diese ebenfalls in der Vanlife Kostenübersicht festhalten. Hier solltest du neben eventuellen Eintrittsgeldern für Museen und Ähnliches auch die Parkkosten vor oder in der Stadt mit einplanen. Selbst mit einem VW Bus ist es oftmals kein Spaß in enge kleine Städte reinzufahren und sich als nicht-ortskundiger einen Parkplatz zu suchen. Um die Nerven zu schonen bieten sich Parkplätze vor der Stadt an, von denen man bequem mit dem Bus oder der Bahn ins Getümmel fahren kann. Wer wert auf überwachte Parkplätze legt, der sollte hier nochmal mit geringfügigen Mehrkosten rechnen.

Ein Rechenbeispiel

Lebensmittel 300 Euro
Handytarife 70 Euro (für zwei Personen)
Bezinkosten 200 Euro
Campingplätze, Ausflüge 80 Euro
Gesamt 650 Euro

Im oben aufgeführten Beispiel fehlen noch Kosten wie zusätzliche Versicherungen für das Fahrzeug oder individuelle Krankenversicherungen. Zu den Vorbereitungen für ein sorgenfreies Vanlife gibt es bereits einen Artikel im Blog – schaut gern vorbei. Und nun nochmals der Hinweis, dass sich die Kosten wirklich sehr individuell zusammensetzen und dieser Beitrag ein kleiner Anstoß ist, welche Kosten man einplanen sollte. Viel Spaß auf eurer Reise!

UPDATE Vanlife monatliche Kosten

Im vorangegangenen Rechenbeispiel befinden sich die Zahlen aus der Planung vor dem eigentlichen Vollzeit Vanlife. Nach nunmehr zwei Monaten gibt es nun auch reale Zahlen und eigene Erfahrungen für die Vanlife Kostenübersicht. Der erste Monat lag mit rund 1000 Euro ein ganzes Stück über unseren eigentlichen Vorstellungen. Gründe dafür waren:

  • Der Kauf von Motoröl 😉
  • Mautgebühren, die wir uns mittlerweile (fast ausschließlich) sparen
  • Höhere Spritkosten durch die flotte Fahrt in Richtung Süden und Sonne

Im zweiten Monat lagen wir dann fast 50 Euro unter unserem Budget. Wir haben nach dem kleinen Schock nochmal vermehrt auf die Preise im Supermarkt geachtet, sonst aber nichts geändert. Prinzipiell ist jeder Monat also eher individuell zu betrachten.

Erkenntnisse bei den Kosten für Vanlife

Der Punkt Campingplätze und Ausflüge mit einem veranschlagtem Betrag von 80 Euro ist so noch nicht zum Tragen gekommen. Wir mögen das Freistehen bisher so sehr, dass wir noch nicht einmal einen kostenpflichtigen Campingplatz angesteuert haben. Die Verfügbarkeit von Ver- und Entsorgung ist zumindest in Frankreich, Spanien und Portugal einwandfrei. Die Fahrten zwischen den Stellplätzen hat ausgereicht, um unsere Batterien mit Strom zu versorgen. Die Wäsche waschen wir in den gängigen Waschsalons, die auf der Route liegen. Hier kommen wir alle drei Wochen mit acht Euro gut hin. 

Die geplanten Gebühren für kostenpflichtiges Parken in Großstädten sind wir bis jetzt auch immer umgangen. Die frequentierten und kostenfreien Plätze haben uns nie ein schlechtes Gefühl gegeben, so haben wir uns die Euros auch gespart. Ebenso für den Transport innerhalb der Städte. Wir waren dann doch lieber zu Fuß unterwegs. Auch die kostenpflichtigen Ausflüge halten sich in Grenzen. Lediglich der Eintritt in einen Nationalpark in Gibraltar war bis jetzt mit wenigen Euros zu verzeichnen. Die Vanlife Kostenübersicht ändert sich also quasi monatlich und ist immer flexibel und vor allem mit einem Puffer zu betrachten, denn nichts stresst bei so einer wundervollen Erfahrung mehr, als den Kontostand im Nacken zu haben.

Strand Fortignan Vanlife Kostenübersicht

Die Reiseberichte:

Vanlife in Frankreich: Von Deutschland bis nach Marseille

Vanlife Camargue: Vom französischen Flachland bis nach Spanien

Vanlife Katalonien: Die malerische Landschaft von Figueres bis Cambrils

Vanlife Valencia: Die Reise vom historischen Barcelona bis Valencia

Vanlife in Spanien: Unser Weg von El Saler bis Santa Fe

Vanlife in Andalusien: Die Strecke von Granada bis Gibraltar

Vanlife Andalusien: Von Tarifa bis Minas de Riotinto

Vanlife an der Algarve: Die Südküste Portugals im VW Bus

Vanlife Westküste Portugal: Hohe Wellen, viel Wind und gutes Essen

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