Reiseberichte

Vanlife in Frankreich: Von Deutschland bis nach Marseille

Zugegeben, war der Auszug und das damit verbundene Packen und Organisieren ein echter Kraftakt – sowohl körperlich als auch psychisch. Dann sofort beim Losfahren den Kopf ausschalten hat nicht ganz funktioniert. Die ersten Kilometer dienten als Resümee und waren doch wertvoll. Die ersten Tage vom Vanlife in Frankreich sind schon vorbei, hier mein Fazit dazu.

Bulli Schlüssel

Eine richtige Aufregung war auch irgendwie gar nicht zu spüren, ist sie wohl im ganzen Trubel untergegangen. Doch Kilometer für Kilometer wurde klarer – das Auto in dem wir sitzen, ist jetzt unser Zuhause. Im ersten Moment ein eigenartiges Gefühl, welches sich aber immer besser anfühlte. Sind wir in den letzten Wochen doch viel unnötigen Ballast auf Flohmärkten sowie Online losgeworden und haben nur noch wenige Kartons bei der Familie untergebracht.

Vanlife Frankreich: Schöne Plätze, mäßiges Wetter

Der Startschuss fiel, wie geplant am 1.11.2019. Auf unserem Weg von Einbeck Richtung Frankreich haben wir die erste Nacht noch in der Nähe von Saarbrücken geschlafen. Es fühlte sich an, wie auf einer unserer „Test-Fahrten“ und war erstmal nichts Ungewohntes. Nachdem wir die französische Grenze überquert hatten, wurde die Sache dann irgendwie realer. Trotz Dauerregen haben wir uns die Lauen nicht vermiesen lassen und sind bei Nieselregen auch mal auf Entdeckungstour gegangen. Die kleinen Orte haben wirklich den Charme, den sie auch im TV rüber bringen.

Herbst Frankreich
herbstliches Frankreich

Die nächste Etappe ging dann schon stark in Richtung der französischen Alpen – ein Traum von meinem Freund. Die erste kleine Stadt lag noch im Tal, hatte aber schon eine tolle Aussicht auf die Berge. Nach einer ruhigen Nacht wurde am Morgen ein Markt aufgebaut, den wir natürlich direkt besuchten. Das frische Obst, Gemüse und Baguette sah hervorragend aus – wir deckten uns ein. Auf der Fahrt in die Berge haben wir immer mal wieder angehalten und tolle Fotos gemacht.

Wochenmarkt am Alpenrand

Hier haben wir übrigens wieder auf einen städtischen Wohnmobilparkplatz zurückgegriffen. Hier hat man meist noch eine Versorgungsanbindung für Camper und legal ist es auf jeden Fall. Außerhalb der Saison hat man hier keine Probleme einen Platz zu finden. Auf der Weiterfahrt bin ich dann aus dem Staunen kaum herausgekommen. Die Täler mit ihren Laubwäldern am Rand hatten die tollsten herbstlichen Farben. Dann gab es eine Art unsichtbare Linie und der Winter lag auf den Kuppen der Berge. 

Stausee

Auf einem Parkplatz eines Sesselliftes haben wir den Tag in den Alpen verbracht. Wir haben einen Spaziergang im Schnee gemacht, was trotz unpassender Kleidung und dank Zwiebellook viel Spaß gemacht hat. Zurück am Bus haben wir die Heckklappe geöffnet und die Sonne aus dem Bus genossen – das war ein echter Traum! Trotz null Grad, hatte die Sonne ordentlich Kraft. Für die Nacht war der Platz allerdings zu Kalt. Es waren minus elf Grad und Neuschnee vorhergesagt, da haben wir uns lieber einen schönen Platz im milderen Tal gesucht.

Anschließend ging es weiter Richtung Mittelmeer. Nach viel Regen und kühlen Temperaturen freuten wir uns auf mäßigeres Klima. Den ersten Blick aufs Meer gab es diesmal nicht schon aus dem Auto, sondern erst nach dem Aufstieg auf die Calanques bei Marseille. Dabei war das eine willkommene Abwechslung zum heftigen Verkehr in der französischen Großstadt. An einem Wanderparkplatz ließen wir den Bus stehen und machten uns auf den Weg. Ein steiler Anstieg und steinige Wege führten uns zu dieser wunderschönen Aussicht.

In einem kleinen Dorf außerhalb des Trubels haben wir uns nun wieder einen Schlafplatz gesucht und lassen unsere erste Woche Revue passieren. Was wir allerdings schon jetzt gelernt haben:
  • Es wird bei der Einfahrt in den Kreisverkehr nach links geblinkt und es gibt mehr als eine Fahrspur
  • Das Schul-Französisch reicht definitiv nicht mehr für eine Konversation aus 
  • Das meistgesagte Wort war bisher „Wetter“
  • Im Bus den letzten Schluck aus einer großen Flasche zu trinken ist Sport 😉

Fazit zur ersten Woche Vanlife

Kleine Hürden haben wir bereits souverän gemeistert und wir funktionieren super als Team. Das Leben auf Frankreichs Straßen ist dank guter Infrastruktur und Versorgung für Camper äußerst angenehm. Das vollkommen entschleunigte Leben entspannt uns sehr, dennoch haben wir die Motivation unserer Arbeit zuverlässig nachzugehen. Deswegen wird es ab sofort jeden Freitag einen neuen Bericht über unser Vanlife in Europa geben – seid gespannt! „Vanlife in Frankreich: Dei Camargue bis nach Spanien“ ist online

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