Reiseberichte

Vanlife in Frankreich: Die Camargue bis nach Spanien

Eine weitere Woche ist vergangen und wir durften noch mehr Gesichter des schönen Frankreichs kennen lernen. Die Flache Camargue nach den felsigen Küsten um Marseille und nun kurz vor der spanischen Grenze wieder am Meer. Das Leben im Bus wird immer routinierter und das Arbeiten klappt so gut, wie wir uns das vorgestellt haben. Einen weiteren Einblick aus dem Vanlife in Frankreich bekommt ihr im folgenden Artikel.

Leucate Regenbogen

Die Veröffentlichung des ersten Artikels zum Vanlife in Frankreich: Von Deutschland bis nach Marseille war zugegeben etwas kniffelig, da wir unsere Zeit tagsüber gern in kleinen Orten oder am Strand verbringen und dann zu unserem „Schlafplatz“ weiterfahren. Am Freitag sind wir also nochmal in den Ort spaziert und haben uns angeschaut, wo wir denn so schlafen. Im Bus angekommen haben wir die leider nur mäßige Internetverbindung festgestellt. Diese ist für uns sehr wichtig, zumal wir jeden Tag Arbeiten und abends gerne Serien streamen. An dem Tag hat uns aber die Kraft gefehlt weiter zu fahren, also mussten wir damit vorlieb nehmen und laaaange Ladezeiten in Kauf nehmen.

Zudem habe ich zwar einen Profi an meiner Seite, die Administration eines Blogs ist für mich aber komplett neu. Ich muss mich in viele Dinge hineinlesen und ausprobieren. Aber das Ergebnis ist bis jetzt sicher in Ordnung und wird natürlich stetig optimiert. Die nächste Fahrt ging dann in Richtung der wunderschönen Camargue, in der die typisch weißen Pferde zuhause sind. Am Meer haben wir noch einen Spaziergang unternommen und Mittags eine Pizza in der Pfanne gemacht – wir müssen also auf sehr wenig verzichten 😉

Pizza Pfanne Vanlife

Pferde Camargue

An einem Bauernhof haben wir die Nacht direkt neben einer Pferdekoppel und Reisfeldern verbracht und konnten am Morgen auch noch unseren Wassertank gratis auffüllen. Solche Angebote gibt es hier in ländlichen Gegenden häufiger. Die Bauern vertreiben ihre Produkte wie Reis, Wein, Seife und Öl in Bio-Qualität direkt am Hof und locken somit natürlich Kunden an. Eine wirklich nette Kombination. Die Ankunft an unserem nächsten potenziellen Übernachtungsplatz war dann leider sehr ernüchternd. Das ist eben auch Vanlife.

Vanlife in Frankreich: Schlechte Straßen und nette Bauern

Es war ein Parkplatz am Strand, jedoch inmitten von viel Industrie und einer düsteren Atmosphäre. Demolierte Autos und dunkle Typen riefen ein ungutes Gefühl hervor. Wir fuhren weiter und konnten schließlich in Ruhe schlafen. Die Temperaturen sind jedoch noch nicht ganz so kuschelig, um im Aufstelldach zu nächtigen. Deshalb schlafen wir im unteren Bereich, den wir mittlerweile sehr schätzten. Diese Flexibilität ist einfach super. Zusammen mit der Standheizung natürlich unschlagbar.

Auf den weiteren Strecken haben wir auch die ersten Stiere entdeckt. Sie gehören neben den Pferden und vielen Vogelarten zum typischen Bild in der Camargue. Die Anfahrt zum neuen Übernachtungsplatz war sehr holprig, schlechte Straßen gehören leider zu weiten Teilen Frankreichs dazu. Wir waren allein unter Pinien an einem ruhigen Kanal und haben unseren Grill ausgepackt. Ein Jäger grüßte noch freundlich, bevor er in unmittelbarer Nähe schoss und wohl etwas erlegte.

Jagdplatz Bulli

Erst waren wir geschockt, haben es dann aber neben dem leckeren Essen und der guten Luft wieder vergessen. Bis in der Dunkelheit wieder Schüsse fielen und wir geflohen sind. Wir haben uns dann im nächsten Ort in ein Wohngebiet gestellt und konnten dort gut schlafen sowie bei bestem Empfang am nächsten Morgen gut Arbeiten. Die Stadterkundung hat sich wirklich gelohnt. Das Zentrum von Aigues-Mortes ist von der komplett erhaltenen Stadtmauer aus dem frühen 16. Jahrhundert umgeben und hat einen ganz eigenen Charme. Wären die Schüsse nicht gewesen, hätten wir die schöne Stadt nicht gefunden.

Stadtmauer Aigues Mortes 2
Stadtmauer Aigues Mortes

Stadttor Aigues Mortes

Wilde Flamingos zu sehen war ein weiteres Highlight. Links das Meer und rechts viele stille Gewässer mit unzähligen rosa Flamingos waren ein tolles Motiv. Der nächste Platz war dann direkt an einem Hafen mit einem feinsandigen Strand daneben. Hier zu Arbeiten ist ein echtes Privileg. Generell schätzen wir die Möglichkeit, diesen Trip zu erleben immer mehr. Die Flexibilität in den Tag hineinzuleben, bei schönen Städten ganz ohne Zeitdruck einfach anzuhalten und auch mal Nichtstun – das größte Geschenk. Zusammen mit den tollen Bildern die wir schon erlebt haben, ist das gar nicht so leicht zu verarbeiten.

Flamingos Camargue

Schäferhund Klippen

Kathedrale Beziers
Kathedrale Béziers

Kurz vor der spanischen Grenze haben wir uns nochmal mehr Zeit für die kleine Orte in Frankreich gelassen und unseren ersten französischen Crêpe genossen, er war einfach unglaublich lecker und hauchdünn. Ganz entgegen unserer Theorie: „Planlos geht der Plan los“, haben wir sogar schon mal ein paar schöne Stellplätze in Spanien rausgesucht. Ob wir diese dann auch anfahren werden oder unsere Pläne doch jeden Tag neu schmieden und dann immer wieder über den Haufen werfen – wir werden sehen 😉

Neue Erkenntnisse:

  • Irgendetwas klappert IMMER während der Fahrt
  • Wir sind schon über 1500 Kilometer gefahren (unglaublich!)
  • Stiersalami ist sooo lecker
  • Frischwasser ist sehr kostbar!

Au revoir, Frankreich!

Strand Fortignan

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